Fachgruppe Forensische Sozialarbeit
Zielstellung und Inhalte
Die Fachgruppe Forensische Sozialarbeit will die unterschiedlichen Methoden, Konzepte und Felder in der Arbeit mit Straftätern, bzw. in der Prävention zusammenführen, bündeln und weiterentwickeln. Die Fachgruppe befindet sich im Aufbau und lädt Interessierte aus den Arbeitsbereichen:
Forensische Psychiatrie,
Bewährungshilfe,
(Jugend-)Gerichtshilfe,
Freie Straffälligenhilfe,
Täterambulanzen,
Strafvollzug,
Sozialtherapeutische Anstalt.
zur Beteiligung am Diskurs und am Aufbau einer Fachsozialarbeit »Forensische Sozialarbeit« ein. Insbesondere werden auch Anbieter spezifischer Weiterbildungsgänge und Masterprogramme angesprochen. Die Arbeitsfelder, in denen Beratung und Behandlung von Straftätern erfolgt, sind vielfältig und gegenwärtig hinsichtlich Organisation, Ausbildung und Präsentation in der (Fach-)Öffentlichkeit uneinheitlich. Grundlegende Sichtweisen und Methoden (biografische Orientierung, Deliktrekonstruktion und -prävention, Kriminalprognostik) bilden aber eine gemeinsame Basis für die unterschiedlichen Arbeitsfelder und Institutionen. Die Anforderungen an die Akteure Forensischer Sozialarbeit sind dabei in den letzten Jahren gestiegen. Gleichzeitig gilt es, den Anschluss an internationale Entwicklungen (z. B. Forensic Social Work in den USA) zu halten.
Die Fachgruppe
greift theoretische Grundlagen Forensischer Sozialarbeit auf und macht diese so für einen verstärkten Transfer in die Praxis nutzbar;
benennt internationale Entwicklungen (Clinical Social Work in den USA, Masterprogramme in der Schweiz, Forensic Social Work Research in Australien) und unterstützt dadurch die Bemühungen um die Entwicklung der Forensischen Sozialarbeit in Deutschland;
prästentiert Institutionen, Weiterbildungsstudiengänge und für Theorie und Praxis wesentliche Personen und Arbeitsansätze und trägt so zur Institutionalisierung Forensischer Sozialarbeit bei;
stellt Kontakte zwischen den verschiedenen Akteuren in Praxis und Ausbildung Forensicher Sozialarbeit her und befördert so deren Vernetzung.
Arbeitsweise
Konstituierung der Fachgruppe, Mitgliederwerbung;
Kontakt der Fachgruppenmitglieder über Email bzw. Newsgroup;
Diskussion und Dokumentation spezifischer Methoden Forensischer Sozialarbeit;
Entwicklung der Grundlagen einer Fachsozialarbeit Forensische Sozialarbeit;
Sichtung von Materialien und Literatur;
Analyse von Weiterbildungsangeboten;
Entwicklung eines Ausbildungskanons »Forensische Sozialarbeit«;
Fachliche und berufspolitische Implementierung der Fachsozialarbeit.
Weiterbildungsstudiengänge
SRH Hochschule Heidelberg
An der SRH Hochschule Heidelberg wird seit 2009 ein Weiterbildungsstudiengang »Forensische Sozialwissenschaften« angeboten. Die Weiterbildung orientiert sich am gegenwärtig hohen gesellschaftlichen Bedarf der Anwendung von forensischem Fachwissen und dessen wissenschaftlicher Weiterentwicklung. Dazu werden entsprechende und aktuelle anwendungsorientierte wissenschaftliche Erkenntnisse, Theorien und Methoden aus dem Bereich der forensischen Sozialwissenschaft vermittelt. Insbesondere steht durch den multiperspektivischen Ansatz die Befähigung zur professionellen interdisziplinären Kommunikation und Kooperation mit den unterschiedlichen Berufsgruppen im Kontext der Forensik im Vordergrund.
Weitere Informationen und Anmeldeformular: Kontaktstudium Forensische Sozialwissenschaften
Universität Bern
Zertifikatskurs »Deliktorientiertes Lern- und Trainingsprogramm zur Behandlung von Sexualdelinquenten« / Certificate of advanced studies »Group oriented lern- and training programme for sex offenders adressing criminogenic needs« / »Anti-Sexuelle-Aggressivität-TrainingŪSuisse«. Das »Anti-Sexuelle-Aggressivität-TrainingŪSuisse« (ASATŪSuisse) ist eine modifizierte Form des gruppentherapeutischen Lern- und Trainingsprogrammes »Anti-Sexuelle-Aggressivität-TrainingŪ« (ASATŪ von Rita Steffes-enn, 2002). Seit Februar 2010 wird ein zweisemestriges Certificate of Advanced Studies »Deliktorientiertes Lern- und Trainingsprogramm zur Behandlung von Sexualdelinquenten/ASATŪSuisse« angeboten, das nicht nur die Methoden und Inhalte des ASATŪSuisse, sondern auch fundierte theoretische Kenntnisse über die häufigsten Formen der Sexualdelinquenz bzw. deren Behandlung vermittelt.
Weitere Informationen und Anmeldeformular: Weiterbildungsstudiengang ASATŪSuisse
Zürcher Fachhochschule, ZHAW, Departement Soziale Arbeit
An der ZHAW-Zürich werden folgende Weiterbildungsstudiengänge angeboten:
CAS Dissozialität, Delinquenz und Kriminalität: Fachkompetenz und Innovation (nächster Studienbeginn Herbst 2011)
CAS Dissozialität, Delinquenz und Kriminalität: Methoden und Instrumente (nächster Studienbeginn Herbst 2010)
MAS Dissozialität, Delinquenz, Kriminalität und Integration.
Weitere Informationen und Anmeldeformulare:
CAS Dissozialität, Delinquenz und Kriminalität: Methoden und Instrumente 2010/11
MAS Dissozialität, Delinquenz, Kriminalität und Integration
Fort- und Weiterbildung
Institut für deliktbezogene Täterarbeit – IDT
Das IDT wurde 2008 gegründet und versteht sich als reines Fortbildungsinstitut im Bereich deliktspezifischen Arbeitens. Die IDT-Veranstaltungen stehen im Zeichen des interdisziplinären Dialogs, weshalb neben der Vermittlung von Inhalten stets auch auf spezifische Fragestellungen der teilnehmenden Personen eingegangen wird. Um dem Bedarf von Einrichtung in optimierter Weise gerecht zu werden, bietet das IDT – mit Ausnahme der Zusatzqualifikationen – ausschließlich Inhouse-Veranstaltungen an.
Die Angebote des IDT konzentrieren sich auf
  Umgang mit Menschen, die delinquentes Verhalten zeigen
  Methoden der Kriminaltherapie
  sekundäre und tertiäre Prävention.
Weitere Informationen zum Fortbildungsangebot: Website des IDT
Materialien
Eine umfassende Literatursammlung ist im Aufbau und wird sukzessive veröffentlicht. Ergänzungen sind jederzeit gerne willkommen.
Cornel, H., Kawamura-Reindl, G., Maelicke, B. & Sonnen, B. (Hrsg.) (2009). Resozialisierung. Handbuch (3. Aufl.). Baden-Baden: Nomos.
Goudsmit, W. (1986). Delinquenz und Gesellschaft. Wege zum Verständnis und zur Therapie von Straftätern. Göttingen: Verlag für Medizinische Psychologie im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht. (Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik. Beihefte. 13.)
Hahn, G. (2005). Klinische Sozialarbeit in der forensischen Psychiatrie. Psychosozial, 28(3), 67-74.
Hahn, G. (2005). Sozialarbeit im Maßregelvollzug: Auf dem Weg zur Forensischen Sozialarbeit? Forensische Psychiatrie und Psychotherapie – Werkstattschriften (WsFPP), 12(3), 23-47.
Hahn, G. (2007). Sozialarbeit in der Forensischen Psychiatrie. Forum Sozial, 4, 26-29.
Hahn, G. & Wenske, T. (2003). Erlanger Gruppentherapie für Sexualstraftäter im Maßregelvollzug. Handbuch für die sozialtherapeutische Gruppenarbeit. Coburg: IPSG.
Rauchfleisch, U. (1981). Dissozial. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Rauchfleisch, U. (1999). Außenseiter der Gesellschaft. Psychodynamik und Möglichkeiten zur Psychotherapie Straffälliger. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Schildknecht, H. & Mayer, K. (Hrsg.) (2009). Dissozialität, Delinquenz, Kriminalität. Ein Handbuch für die interdisziplinäre Arbeit. Zürich: Schulthess.
Schmidt-Quernheim, F. & Hax-Schoppenhorst, T. (2008). Professionelle Forensische Psychiatrie. Behandlung und Rehabilitation im Maßregelvollzug (2. Aufl.). Bern: Huber.
Will, F. (1993). Die Last der Selbstbestimmung. Widersprüche in Sozialarbeit, Strafjustiz und Psychiatrie. München: Fachhochschulschriften Sandmann.
Leitung | Kontakt
Gernot Hahn
ECCSW e. V.
c/o Klinikum am Europakanal
Klinik für Forensische Psychiatrie
Am Europakanal 71
91056 Erlangen
Telefon +49 (0)9131 7532646
Email hahn@eccsw.eu